Bloß kein Kortison, sagen viele. Doch das Hormonpräparat ist besser als sein Ruf. Es kann Leben retten und ist bis heute oft ohe Alternativen.

Rettung bei Schock

Kortison hemmt Entzündungen und wirkt abschwellend - Eigenschaften,
die bei manchem Notfall unverzichtbar sind, wie der Hamburger Hautarzt Dr. Frank-Matthias Schaart erklärt: "Bei einem allergischen Schock kann
eine Spritze mit hochdosiertem Kortison Leben retten."

Die Dosis ist entscheidend

Zum Einsatz kommt Kortison vor allem bei Allergien, Asthma, entzündlichem Rheuma
und Hautleiden wie Neurodermitis. Nebenwirkungen treten selten sofort auf. Sie hängen von Dosierung und Dauer der Behandlung ab.

Risiko Langzeittherapie

"Ein Spray gegen Asthma ist in aller Regel unbedenklich", so Dr.
Schaart. "Über Monate und Jahre genommen, begünstigt hoch dosiertes Kortison jedoch Diabetes und Knochenschwund, schwemmt Gesicht und Oberkörper auf.
Und: Starke Kortision-Salben machen die Haut dünner."

Mittel besser vertragen

Wer länger Kortison nehmen muss, kann selbst etwas tun, um die
Nebenwirkungen zu verringern. Spaziergänge und Sport stärken Muskeln und
Knochen. Eine kalziumreiche Ernährung mit Milchprodukten
stabilisiert das Skelett zusätzlich. Tipp: Öfter Knochendichte messen lassen (ab ca. 35 Euro, bei Verdacht auf Osteoporose zahlt die Kasse).

Neue Alternativen

Der Rat von Dr. Schaart: "Nur so viel Kortison einsetzen wie nötig, dann ist der Nutzen größer als die Risiken." Für Rheuma-Therapien z.B. gibt es heute neue Entzündungshemmer ohne Kortison.


Artikel "So gehen Sie mit Kortison richtig um", Zeitschrift “Mini" Ausgabe 09.12.2009