Typisch für den Spätsommer: kaum steht der Obstkuchen auf dem Gartentisch oder man hält die Eistüte in der Hand, schon schwirren die ersten ungebetenen Gäste um einen herum und es werden immer mehr! Nicht nur, dass man natürlich alles versucht, um einem bekanntermaßen äußerst schmerzhaften Wespenstich aus dem Wege zu gehen (oder zu rennen…); Vielen ist nicht bekannt, dass Bienen- oder Wespenstiche sogar tödlich enden können! Wird ein solches Insekt versehentlich verschluckt, schwellen die Schleimhäute des Rachens derart an, dass eine lebensgefährliche Atemnot entsteht und schnellstmögliches ärztliches Handeln erforderlich wird. Oft reicht aber der bloße Stich einer Biene oder Wespe in die Hand oder den Fuß aus, um eine generalisierte Reaktion der Haut und Schleimhäute mit u.U. tödlichen Konsequenzen auszulösen - wenn nämlich eine unerkannte Allergie vorliegt!

Viele Menschen reagieren besorgt, wenn sie nach einem Insektenstich an der Einstichstelle eine über das erwartete Maß hinausgehende Schwellung bemerken und sie fragen sich, ob sie auf das Gift allergisch reagieren. Dabei lässt sich diese bange Frage durch den Hautarzt und Allergologen schnell und sicher beantworten: durch eine einfache Blutabnahme. Stellt sich dabei eine echte Allergie auf Bienen- oder Wespengift heraus, werden geeignete Maßnahmen ergriffen, um die Gefahr durch einen Insektenstich zu minimieren. Es wird eine Hyposensibilisierung eingeleitet, wodurch der Körper ganz allmählich mit geringen Dosen des Insektengiftes unempfindlich gemacht wird, wobei die ersten Injektionen aus Sicherheitsgründen unter stationären Bedingungen in der Klinik verabreicht werden. Im Anschluss erhält die betroffene Person ambulant unter fachärztlicher Kontrolle ca. 1x/Monat eine Spritze mit sehr feinen Nadeln unter die Haut des Oberarmes über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren. Danach besteht in aller Regel keine Allergie mehr gegen das verabreichte Gift; ein Wespenstich hätte also keinerlei gefährliche Konsequenzen mehr!

Ist eine Hyposensibilisierung nicht erwünscht oder nicht möglich bzw. für die Zeit bis zum Erreichen der Allergiefreiheit wird ein sogenanntes “Notfallset“ verschrieben, welches man immer bei sich führen sollte. Dieses enthält eine Adrenalin-Spritze, welche die allergische Person sich selbst unmittelbar nach dem Stich durch den Kleidungsstoff in den Oberschenkel geben muss - die Anwendung ist denkbar einfach und für Jeden erlernbar. Direkt anschließend wird eine Cortisonlösung getrunken und danach 3 Allergietabletten auf einmal eingenommen. Damit ist man zunächst außer Gefahr, bis ein Arzt konsultiert und ggf. weitere medizinische Maßnahmen ergriffen werden können.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob bei Ihnen eine Bienen-oder Wespengiftallergie vorliegt, sollten Sie diese sicherheitshalber durch einen Test ausschließen lassen. Wird keine Allergie nachgewiesen, ist zukünftig wieder ein wesentlich entspannterer Genuss von Kuchen oder Eis - auch in Anwesenheit von Wespen - möglich.