Neurodermitis Cremen und Salben hilft allenthalben

Zahlen und Fakten zu unserer Haut

Die Haut: das größte Organ des Menschen.

Unsere Haut in Zahlen

Fläche

1,5 –2,0 m2

Gewicht

15-20% des Körpergewichts

Gesamtzahl der Hautzellen

etwa 110 Milliarden

Zahl der Pigmentzellen

etwa zwei Milliarden

Zahl der Schweißdrüsen

etwa zwei Millionen

Zahl der Haarfollikel

etwa fünf Millionen


Die Haut besitzt vielfältige Funktionen:

  • Schutz vor physikalischen und chemischen Einflüssen von außen: Wärmeregulation des Körpers durch Schwitzen (Kühlung) bzw. durch Aufstellung der Körperbehaarung und Minimierung der Oberfläche (Wärmung).
  • Schutz vor Krankheitskeimen wie Bakterien und Pilze.
  • Ausscheidungsorgan: Über die Schweißdrüsen wird sowohl Wasser als auch Salze und Stoffwechselschlacken ausgeschieden.
  • Sinnesorgan, Tastorgan: Über die Nerven in der Haut nehmen wir wahr, ob etwas heiß oder kalt, weich oder rauh, schmerzhaft oder angenehm ist. Auch für sexuelle Empfindungen ist die Haut ein notwendiges Organ.
  • Optische Funktion: Die Beschaffenheit unserer Haut bestimmt maßgeblich unsere Attraktivität und ist damit besonders wichtig für unser Selbstbewußtsein. Unsere psychische Verfassung spiegelt sich häufig in der Beschaffenheit unserer Haut. Sie ist „der Spiegel unserer Seele“.

Die Haut: Schicht um Schicht faszinierend

  • Einteilung in drei Schichten mit unterschiedlichen Zelltypen und Funktionen: Die Oberfläche wird durch die Oberhaut gebildet, darunter schließt sich die Lederhaut an und nach innen liegt die Unterhaut.
  • Die Oberhaut (Epidermis)
    • Dicke: 0,05 – 0,15 mm
    • Die Oberhaut besteht zu 95% aus hornbildenden Zellen, den sogenannten Hornzellen oder Keratinozyten. Diese unterliegen einem stetigen Erneuerungsprozess. Sie werden an der Innenseite der Oberhaut gebildet, der sogenannten Basalmembran. Danach wandern sie innerhalb von durchschnittlich vier Wochen an die Oberfläche und werden dort abgestoßen. Da in der Oberhaut keine Blutgefäße vorhanden sind, werden die Hornzellen immer weniger mit Nährstoffen versorgt und sterben schließlich ab.
    • Weitere Zelltypen innerhalb der Oberhaut: Melanozyten (Pigmentzellen, die für die Hautfarbe und damit auch für ihre Bräunung verantwortlich sind), Langerhans-Zellen (Zellen des Immunsystems) und Merkel-Zellen (Zellen des Tastsinns).
    • Die Epidermis verhindert sowohl den Verlust von zuviel Feuchtigkeit als auch das unkontrollierte Eindringen von Stoffen.
  • Die Lederhaut (Corium)
    • Dicke: 1-4 mm
    • Die Lederhaut ist für die Elastizität der Haut verantwortlich und ver- hindert, dass dieselbe bei Dehnung reißt.
    • In der Lederhaut liegen Blut- und Lymphgefäße, Nervenenden sowie Schweiss- und Talgdrüsen
  • Die Unterhaut (Subkutis)
    • Die Unterhaut erfüllt hauptsächlich Speicherfunktionen und bildet eine Art Polster zwischen Muskulatur und Haut.
    • Die Unterhaut enthält vor allem Fettzellen, Nährstoffe, Blutgefäße und auch Nervenzellen.

Die Haut: Spiegel der Seele und Spiegel der Umwelt

  • Unser psychisches Wohlbefinden ist bisweilen an der Haut abzulesen. Fühlen wir uns nicht wohl, haben wir Probleme im Beruf oder in der Partnerschaft, leiden wir unter Stress, dann ist uns dies häufig an der Haut abzulesen.
  • Unsere Haut bildet den direkten Kontakt unseres Körpers mit der Umwelt. Sie ist allen äusseren Einflüssen ausgesetzt und reagiert auf diese: auf Kälte und Wärme, auf Trockenheit und Feuchtigkeit, auf Umweltbelastungen.
  • Wird die Haut extremen Belastungen ausgesetzt oder leidet sie unter einer Fehlfunktion, so bekommen wir die Folgen hautnah zu spüren. Sie platzt oder reißt, sie rötet sich oder brennt. Bei Neurodermitis-Patienten kann die Belastung zum Schub führen, der mit einem starken Juckreiz verbunden ist.

Die neurodermitische Haut

  • Eine Ursache der Neurodermitis liegt in einer gestörten Barrierefunktion der Haut. Im gesunden Zustand stellt die Barrierefunktion sicher, dass nicht zuviel Feuchtigkeit nach außen abgegeben wird und andererseits Substanzen, wie zum Beispiel Wasser oder bestimmte Schadstoffe, nicht unkontrolliert nach innen dringen.
  • Neurodermitiker weisen häufig eine hohe Durchlässigkeit der Hautschichten auf. Die Folge: Die Haut ist trocken, reagiert empfindlicher auf Bakterien oder hautreizende Stoffe und ist in hohem Maße schädigenden Einflüssen ausgeliefert.
  • Durch die geschädigte Barrierefunktion wird eine Aktivität von Abwehr- zellen in der Haut ausgelöst, wie zum Beispiel der T-Zellen und der Mast-zellen. Diese wiederum setzen verschiedene Botenstoffe frei (Zytokine, Histamine), die zur Entzündungsreaktion mit den typischen Symptomen Juckreiz und Rötung führen.
  • Meist leiden Neurodermitiker unter einer gestörten Funktion ihrer Schweißdrüsen. Dies fördert zum einen die Austrocknung der Haut.
  • Erstes Ziel bei der Behandlung der Neurodermitis-Haut ist eine Stärkung ihrer Barrierefunktion. Der Verlust von Wasser und Feuchtigkeit muss ausgeglichen werden.

Einige Tipps zur Pflege der Neurodermitis-Haut

Es ist schwierig, allgemein gültige Regeln zur Pflege der Neurodermitis- Haut aufzustellen. Die jeweils beste Versorgung hängt vom individuellen Hauttyp und vom momentanen Zustand der Erkrankung ab. Mal können Pflegeprodukte mit höherem, mal mit niedrigerem Fettgehalt empfehlenswert sein. Die beste Versorgung muss jeder Neurodermitiker für sich persönlich herausfinden. Generell gilt Folgendes:

  • Die Pflege der Haut bedarf Zeit. Am besten wird sie fest in den Tagesablauf integriert, zum Beispiel morgens und abends.
  • Basis der Hautpflege sollten rückfettende Cremes und Salben sein. Der Haut wird von außen Fett zugeführt und so ihre Elastizität gesteigert.
  • Der pH-Wert der Pflegeprodukte sollte dem der Haut entsprechen und etwa bei 5,5 liegen.
  • Medizinische Ölbäder (nicht zu heiß, nicht zu lang) sorgen für eine gleichmäßige Hautbefeuchtung.
  • Das Auftragen der Pflegeprodukte sollte möglichst sanft erfolgen, um eine zusätzliche Reizung der Haut zu verhindern. Eine zarte Massage fördert die Durchblutung der Haut und wird meist als angenehm empfunden.
  • Fühlt sich die Haut wie Papier oder Leder an oder ist sie rissig und spröde, sollten Pflegeprodukte mit einem höheren Fettanteil eingesetzt werden.
  • Pflegeprodukte sollten nie über das Verfallsdatum hinaus verwendet und kühl gelagert werden. Stehen Tuben oder Dosen zur Auswahl, so sind Tuben besser geeignet. Sie haben eine kleinere Öffnung und sind deshalb weniger anfällig für eine Besiedlung mit Bakterien, Pilzen oder anderen Keimen.

Cremen oder Salben?

  • Die Bezeichnungen Creme und Salbe werden im allgemeinen synonym gebraucht. Dabei unterscheiden sich diese beiden Grundformen von Pflegeprodukten grundsätzlich.
  • Cremes bestehen aus einer Fettphase, einer Wasserphase und einem Emulgator, der die beiden verbindet.
  • Salben enthalten ausschließlich fette oder fettverträgliche Anteile und sind deshalb wesentlich schlechter auf der Haut zu verteilen als Cremes.
  • Der Unterschied zwischen einer Creme und einer Salbe entspricht zum Beispiel dem zwischen Kuhmilch (Creme) und Butter (Salbe).

Baden oder Duschen? Wie oft? Wie lange?

  • Im Allgemeinen ist Duschen besser für die Neurodermitis-Haut als Baden, denn generell sollte die Haut nicht zu lange und nicht zu intensiv gewaschen werden.
  • Die Wassertemperatur sollte zwischen 26 und 36 Grad Celsius liegen, denn ein zu heißes Bad fördert den Juckreiz.
  • Ein Bad sollte nicht länger als zehn Minuten dauern. Bei einem längeren Bad wird der Haut Feuchtigkeit entzogen, und der Juckreiz wird stärker. Nach dem Bad sollte die Haut kurz mit lauwarmem oder kaltem Wasser abgeduscht werden.
  • Generell sollte nur klares Wasser ohne Zusätze von Schaum- oder Duschbädern verwendet werden, da sie die Haut austrocknen. Parfümierte Badezusätze können allergische Nebenwirkungen verursachen.
  • Zur Reinigung geeignet sind milde Waschemulsionen, die den Säureschutzmantel der Haut nicht zerstören. Der pH-Wert sollte wie bei anderen Pflegeprodukten auch bei 5,5 liegen.
  • Nach dem Duschen oder Baden sollte die Haut vorsichtig abgetrocknet, evtl. auch nur abgetupft werden, um eine mechanische Reizung der Haut zu vermeiden.