Neurodermitis - Deine Nahrungsmittel seien Deine Heilmittel

„Deine Nahrungsmittel seien Deine Heilmittel“ (Hippokrates)

Allgemein:

Es gibt keine allgemein gültige Ernährungsempfehlung für Neurodermitis-Patienten. Die Ernährung kann aber eine wichtige Rolle bei Ausbildung und Krankheitsverlauf spielen.

  • Einige Studien weisen darauf hin, dass Neurodermitis durch Nahrungsmittelallergien ausgelöst werden kann. Andere Untersuchungen belegen, dass sich nur bei etwa zehn Prozent der Patienten eine Verbesserung des Hautzustandes durch den Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel erzielen lässt.
  • Bei gegebener Veranlagung können manche Lebensmittel als Auslöser für Neurodermitis wirken (sogenannte „Trigger“).
    • Reaktionen können im Zeitraum von sofort bis innerhalb von 48 Stunden nach Verzehr auftreten.
    • Bei einem Teil der Patienten können die Hauterscheinungen durch Elimination bestimmter Lebensmittel (s.u.) positiv beeinflusst werden.

Bei Schwangeren:

Es kann in der Schwangerschaft sinnvoll sein, auf bestimmte Nahrungsmittel mit einem hohen Allergiepotenzial zu verzichten, z.B. Nüsse, Hühnereiweiß, Kuhmilch.

  • Dies gilt insbesondere für Frauen, die selber unter Neurodermitis oder einer anderen atopischen Erkrankung wie Heuschnupfen oder Asthma leiden.
  • Eine gezielte Diät in der Schwangerschaft sollte immer nach Absprache mit einem Arzt und unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, um Mangelerscheinungen bei Mutter und Fötus zu vermeiden.

Bei Kindern:

Einige Fälle von Neurodermitis werden durch eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln ausgelöst.

  • Diese Überempfindlichkeiten können mit zunehmendem Lebensalter spontan schwinden.
  • Reaktionen auf Ei, Milch, Soja, Weizen und Erdnüsse bleiben erfahrungsgemäß am längsten erhalten. 

Ausschlussdiät:

Patienten sollten verschiedene Kostformen austesten und sich für diejenige entscheiden, die für ihre Haut am verträglichsten ist.

  • 1. Schritt: 4-6 Wochen Basisdiät: Ausschalten aller unverträglichen Lebensmittel, z.B. beginnend mit einer Kartoffel-Möhren-Diät.
    Bei vielen Patienten bringt diese Ernährungsumstellung eine deutliche Besserung.
  • 2. Schritt: langsames, stufenweises Hinzufügen/Testen von Lebensmitteln, um eine individuell abgestimmte, allergenarme Ernährung zu finden.
  • Die Testreihenfolge, die Addition neuer Lebensmittel in die Diät, sollte so gewählt werden, dass Wahrscheinlichkeit einer Reaktion möglichst gering ist.
  • Die Ausschlussdiät sollte fachlich kompetent begleitet werden.
  • Das Hinzuziehen eines Ernährungstagebuchs kann helfen.

Der Trockenheit der Haut kann ein Neurodermitiker nicht nur durch äußerliches Eincremen begegnen, sondern auch durch den Verzehr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zum Beispiel in Raps- und Olivenöl.

Speziell ausgebildete Ernährungsberater können bei der Umstellung der Ernährung helfen und individuelle Ratschläge geben. Adressen gibt es zum Beispiel bei den Krankenkassen, beim Verband der Diät- Assistentinnen in Aachen oder auch beim Verband der Ökotrophologen (VDOe) in Bonn.

Bei Neurodermitis häufig unverträgliche Lebensmittel mit hohem Allergenpotenzial

  • Getreide
    Mehle, besonders Weizen
  • Gemüse
    Tomate, Paprika, Zwiebel, Sauerkraut, Radieschen, Meerrettich, Sellerie
  • Fleisch und Fisch
    Fleisch und Wurst aus Schweinefleisch
  • Schalentiere, Makrelen, Thunfisch, Tiefseefisch allgemein
  • Milchprodukte und Eier
    die meisten Kuh - Milchprodukte, Käse (besonders reifer Käse) Eier
  • Obst
    Zitrusfrüchte (Orangen, Zitronen), anderes fruchtsäurereiches Obst, Erdbeeren
  • Süßungsmittel
    Zucker (in geringen Mengen erlaubt)
  • Honig, Dicksäfte, Süßigkeiten
  • Getränke
    Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol, Fruchtsäfte mit Stabilisatoren
  • Weitere Lebensmittel mit hohem Allergenpotenzial
    Nüsse Soja
    Kräuter, Gewürze, besonders Gewürzmischungen Essig, Fertigprodukte mit Säure Lebensmittelzusatzstoffe (Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Lebensmittelfarbstoffe)

Allergen- und reizstoffarme Kost

  • Getreide
    Buchweizen, Hafer, Mais, Gerste, Reis, Quinoa, Amaranth, Dinkel
  • Gemüse
    Kohlrabi, Erbsen, Pilze, Blumenkohl, Spargel, Wirsing, Linsen, Zucchini, Mangold, Rot- und Weißkohl, Bohnen, Blattsalat, Rosenkohl, Lauch
  • Obst
    süße Apfelsorten, Birnen, Bananen, Melonen, Mango, Heidelbeeren, Weintrauben, Feigen, Datteln (Trockenobst in geringen Mengen)
  • Fleisch und Fisch
    Rind, Kalb, Pute, Lamm, Kaninchen, Forelle
  • Fett
    Sauerrahmbutter, kaltgepresstes Pflanzenöl (Oliven, Raps)
  • Milchprodukte
    von Ziege, Schaf, Stute sowie Quark und Rohmilchkäse
  • Getränke
    Mineralwasser, Blättertees