Was tun bei Haarproblemen? Einige Tipps vom Experten

  1. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung sollte einen ausreichenden Anteil für das Haarwachstum wichtiger Spurenelemente (Eisen, Zink, Selen), Vitaminen (z.B. Vit H=Biotin, Vit B12, Folsäure) und Aminosäuren (insbesondere die sog. „schwefelhaltigen Aminosäuren“ enthalten, die für den Aufbau des Haarkreatins wichtig sind. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig (mind. 2Liter/Tag trinken).

    Für eine ausreichende Durchblutung der Kopfhaut (und damit auch der Haarwurzeln) sind alle Dinge/Aktivitäten zu vermeiden, welche die Mikrodurchblutung der Haut/Haarwurzeln verschlechtern; z.B. Rauchen, gefäßaktive Drogen! Regelmäßiger Ausdauersport dagegen verbessert die Kopfhautdurchblutung!

    Bei den Haarpflegeprodukten ist darauf zu achten, dass Substanzen vermieden werden, die ein Verkleben der Kopfhautporen/Follikelöffnungen verursachen könnten, wie z. B. Silikon. Auch ein Übermaß an Duftstoffen oder Konservierungsstoffen ist für die Kopfhaut nicht günstig oder Substanzen, die relativ häufig Kopfhautallergien auslösen (wie z.B. Cocamidopropylbetain).

    Wenn die Kopfhaut hartnäckige Schuppen aufweist, kann mit einem schuppenlösenden Shampoo gearbeitet werden, welches z.B. Antipilz-Substanzen enthält. Häufig wird die Schuppenbildung durch einen hautständigen Pilz (einen, der ohnehin immer auf der Haut/Kopfhaut des Menschen zu finden ist; in bestimmten Situationen aber zu schnell/zu stark wächst) ausgelöst, dessen Wachstum mit einem derartigen Shampoo unterbunden werden kann.

  2. Bei dünner werdendem Haar ist in jedem Fall durch einen spezialisierten Hautarzt eine klärende Diagnose zu stellen! Es gibt hierfür eine ganze Reihe von möglichen Ursachen, angefangen von einem Elektrolytmangel (Eisen, Zink, Selen) über Vitamin-Mangelzustände (Vit H= Biotin, Vit B12, Folsäure), über chronische Infektionskrankheiten, hormonell oder erblich bedingte Haarprobleme bis hin zu Tumorerkrankungen! Bevor hier lange mit Selbstmedikation gearbeitet wird, sollte rechtzeitig der Rat eines Spezialisten eingeholt werden. Man spart eine Menge Geld hierdurch, die sonst für mehr oder weniger sinnlose Haarbehandlungen ausgegeben werden!

    2b.
    Wenn auch der Haarspezialist festgestellt hat, dass mit den Mitteln der modernen Medizin kein ausreichendes Haarwachstum induziert werden kann, so dass bereits gelichtete Kopfhautbereiche objektiv sichtbar wieder durch verstärktes Haarwachstum dichter werden, können Haarersatzverfahren sinnvoll sein. Hier gibt es heute – über das klassische Toupet oder die Perücke – eine Vielzahl von Haarersatzmethoden, wie z. B. Extensions, die in die eigenen Haare genäht, geklebt oder geclipst werden. Aber auch feine Netze kommen hier zum Einsatz, durch welche die eigenen Haare durchgezogen werden, die fest mit diesen verbunden werden, so dass selbst ein Fachmann nicht auf den ersten Blick erkennen kann, dass es sich hier nicht um die eigenen Haare handelt. Ohne Bedenken, dass ein derartiger Haarersatz durch eine unbedachte Bewegung vom Kopf rutschen könnte, kann mit so einem Haarersatz z.B. geschwommen werden oder andere Sportarten betrieben werden.

  3. Im Unterschied zu früher, wo sogar noch in alten Lehrbüchern Aussagen zu finden waren wie: „Wenn man Haarprobleme hat, soll man sich die Haare kurz schneiden( weil das Eigengewicht der Haare ausreichen würde, um Haarausfall zu provozieren – natürlich völliger Quatsch!), man dürfe keine Hüte tragen (Vermeidung von Druck), keine Pferdeschwanzfrisuren (Vermeidung von Zug), man dürfe keine Dauerwellen, keine Tönung, keine Färbung, keine Strähnchen durchführen (Vermeidung chemisch aggressiver Stoffe), keine Haarkuren oder Haarsprays anwenden" gelten diese Aussagen heute nicht mehr! Wichtig ist, dass man derartige Styling-Aktivitäten beim Friseur durchführten lässt; die heutigen Produkte sind in der Regel bedenkenlos anzuwenden. Vermeiden sollte man z.B. hochprozentiges Blondieren der Haare in Eigenregie; hierbei kann es durch Anmischung falscher (viel zu hoher) Konzentrationen des Bleichmittels zur Schädigung der Hornsubstanz der Haare und zu aggressiven Kopfhautreizungen kommen!

    Wenn diese Verhaltensmaßregeln einigermaßen beachtet werden, kann das eigene Haar geschützt und damit in seinem Originalzustand lange erhalten werden!

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