Was können wir Besonderes tun für Patienten mit Haarproblemen?

Unseres Wissens ist es nicht einfach, in Deutschland Spezialisten in Sachen Haarausfall zu finden, welche in der Lage wären, im Sinne der Betroffenen umfassende fachärztliche Hilfe in allen Fragen rund um das Haar anzubieten. Ca.60-80 Frauen und Männer mit schleichendem oder akutem Haarausfall wenden sich an uns pro Tag mit der Bitte um Hilfestellung, aber auch Probleme des Dünnerwerdens, der zunehmenden Brüchigkeit und Glanzlosigkeit der Haare können durch unser hochspezialisiertes Fachärzte-Team mittels exakter Diagnosestellung und einer an den spezifischen Ursachen ausgerichteten Therapie behandelt werden. Daneben stellen Kopfhautprobleme (juckende oder schuppende Kopfhaut, Kopfhautekzeme) eine häufige Ursache für die Vorstellung beim Spezialisten dar sowie schließlich der Wunsch nach der schonenden und dauerhaften Entfernung von kosmetisch störenden Haaren an den verschiedensten Körperstellen. Unser Leistungsspektrum besteht aus einem (oder mehreren) ausführlichen ärztlichen Erstgespräch(en), einem umfassenden Angebot diagnostischer Untersuchungsverfahren (mikroskopische Kopfhautuntersuchung, Prüfung der Haarfestigkeit, Haarwurzelanalyse, Blutentnahme unter Einschluß der Hormone, eventuell ergänzend mikrobiologische, mykologische oder histologische Kopfhautuntersuchung, elektronenmikroskopische Haarschaftanalyse,einer hochdifferenzierten Analyse der Blut- Hormonwerte durch erfahrene Hormonspezialisten (sog.“Endokrinologen“) sowie einer möglicherweise notwendig erscheinenden psychosomatischen Betreuung durch einen erfahrenen Psychologen . Desweiteren führen wir die Permanent-Enthaarung mittels Laser bzw. hochenergetischer Blitzlampen durch, wobei sowohl unerwünschte Gesichtshaare („Damenbart“ z.B.) mit dieser modernsten Technik dauerhaft und ohne Narbenbildung entfernt werden können als auch störende Haare in den Achselhöhlen, im Genitalbereich, an Brust und Rücken sowie an den Ober- und Unterschenkeln. Zur Deckung einer irreversiblen Glatzenbildung stehen Möglichkeiten der operativen Eigenhaar-Transplantationen mittels der sog. „micrograft“ Technik zur Verfügung. Dabei werden aus dem ausreichend behaarten Hinterkopfbereich bis zu mehrere hundert intakte Haarwurzeln operativ entnommen und in die vorderen, haarlosen Kopfhautareale eingepflanzt, wo sie dauerhaft anwachsen. Hier arbeiten wir mit hochspezialisierten Fachärzteteams zusammen, zu denen wir Ihnen gerne die entsprechenden Kontakte vermitteln. Auch arbeiten wir mit Frisören zusammen, die mittels moderner Haarersatzverfahren vorübergehende oder dauerhafte Lösungen bei Vorliegen eines sichtbaren Haarverlustes anbieten.

Allgemeine Informationen zum Thema Haarausfall

Die Kenntnisse über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall in der Bevölkerung sind gering. So kommt es leider auch heute nicht selten vor, daß Patienten von Friseur zu Arzt, von Heilpraktiker zu Wunderheiler ziehen und Hilfestellung für ihre Haarprobleme erbitten, ohne letztendlich klare Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Häufig werden sie mit Bemerkungen abgespeist wie: „Den Haarausfall haben Sie geerbt, damit müssen Sie leben“ oder: „Da kann man nichts machen; irgendwann werden Sie eine Glatze bekommen“ oder aber: „Schauen Sie doch mich an, wenn es etwas gegen Haarausfall gäbe, säße ich bestimmt nicht hier vor Ihnen“. Solche Aussagen sind natürlich nicht in der Lage, die erheblichen psychischen Probleme von Frauen und Männern mit Haarausfall aufzufangen, sondern verstärken vielmehr noch das Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber dem Haarausfall. Der für Haar-Patienten typische Kreislauf aus Haarverlust, der massiven Angst vor einer Glatzenbildung und dem aus dieser Streßsituation heraus wiederum verstärkten Ausgehen der Haare wird nicht durchbrochen, sondern eher noch verstärkt! Auch die typischen, einem Haarausfall vorausgehenden oder ihn begleitenden Symptome wie Juckreiz der Kopfhaut, „Ameisenlaufen“ bis hin zu Brennen oder sogar Schmerzen der Haarwurzeln (sog. „Trichodynie“) sind vielen Ärzten unbekannt und werden deshalb nicht ernst genommen. So verlassen viele Frauen und Männer mit echten Haarproblemen die von ihnen aufgesuchten Ärzte oder Therapeuten wieder, ohne daß Ihnen eine wirksame Behandlung angeboten worden wäre.

Dabei stehen uns heute durch die Fortschritte der modernen Medizin Therapiemöglichkeiten für die meisten Formen von Haarausfall zur Verfügung. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß durch den spezialisierten Arzt die genauen Ursachen herausgearbeitet werden, damit auf der Basis einer klaren Diagnosestellung spezifische Behandlungsformen zum Einsatz kommen können. Diese sind - sofern ausreichend lange angewendet - häufig nicht nur in der Lage, den festgestellten Haarausfall zum Stoppen zu bringen, darüber hinaus können sie in vielen Fällen sogar echtes Nachwachsen von Haaren auf der Kopfhaut bewirken!

Welche Formen von Haarausfall gibt es?

Die zahlenmäßig weitaus häufigste Ursache für den Haarverlust bei Frauen und Männern stellt der hormonell bedingte Haarausfall („androgenetische Alopezie“) dar. Schätzungen gehen davon aus, daß die Hälfte aller Männer sowie ein Viertel aller Frauen im Laufe ihres Lebens eine mehr oder weniger stark ausgeprägten Haarverlust erleiden werden! Hierbei kommt es auf dem Boden einer erblichen Veranlagung durch den Einfluß überwiegend männlicher Hormone zu einer Lichtung der Haare in bestimmten Bereichen der Kopfhaut. Männer entwickeln die typischen „Geheimratsecken“ bzw. eine Glatzenbildung unterschiedlichen Ausmaßes.

Bei vielen Frauen kommt es zu einer zunehmenden Verdünnung der Haare des Oberkopfes ohne echte Glatzenbildung; andere Frauen erleiden eher eine diffuse Lichtung der Haare eher des Hinterkopfes oder der gesamten Kopfhaut. Gemeinsam ist allen Formen des hormonell bedingten Haarausfalles ein auch unter Ärzten weitverbreitetes Vorurteil, eine effektive Behandlung sei nicht möglich; eine Einstellung, die heute sicher als überholt gelten muß!

Eine weitere, ebenfalls eher häufiger anzutreffende Form des Haarausfalles speziell bei Frauen wird durch den „Entzug“ weiblicher Hormone provoziert und tritt typischerweise nach dem Ab- oder Umsetzen der Antibaby-Pille auf oder mit zeitlicher Verzögerung nach der Geburt eines Kindes („postpartales Effluvium“). Dieser Haarausfall gibt sich zwar normalerweise nach einer gewissen Zeit wieder, der hierbei entstehende Haarverlust kann jedoch durch die Anwendung geeigneter Therapiemaßnahmen minimiert werden!

Mineralstoffmängel oder Vitaminmängel, z.B. durch fehlerhafte Ernährung oder nicht ausreichende Aufnahme der entsprechenden Substanzen über die Darmschleimhaut z.B. bei Durchfallerkrankungen, können zu einem gleichmäßigen Ausgehen der Haare, zu erhöhter Brüchigkeit, Sprödigkeit oder Glanzlosigkeit der Haare führen. Auch fehlerhafte Pflege der Haare (z.B. zu aggressive Dauerwellen, Färben oder Tönen der Haare) bzw. Erkrankungen der Schilddrüse oder unentdeckte, chronische Entzündungen anderer Körperorgane können sich in dieser Art und Weise auf die Haare auswirken. Insbesondere diese Formen des Haarausfalles erfordern eine exakte Diagnosestellung z.B. durch umfangreiche Laboruntersuchungen, damit nach Erkennen der Ursache eine spezifische Behandlung erfolgen kann. Vergiftungen oder chronische Belastungen des Organismus mit Schwermetallen oder anderen Zellgiften sollten bei der Diagnose von Haarausfall oder Auffälligkeiten der Haarstruktur berücksichtigt und gegebenenfalls beseitigt werden!

Schließlich gibt es noch seltenere Formen wie den kreisrunden Haarausfall („Alopezia areata“), der typischerweise mit kreisrunden, münzgroßen blanken Stellen der Kopfhaut einhergeht. Jedoch kann diese Form des Haarausfalles auch zu einer gleichmäßigen Lichtung der Kopfhaut führen und ist dann nur für den Spezialisten zu erkennen. Auch kann es beim kreisrunden Haarausfall zu einer kompletten Glatzenbildung kommen (Alopezia areata totalis) und es kann die gesamte Kopf- und Körperbehaarung incl. z.B. der Wimpern und Augenbrauen, der Achsel- und Schambehaarung ausfallen (sog. „Alopezia areata universalis“). Auch für diese Formen des Haarausfalles gibt es heute Therapien, mit denen bis zu 50% der Betroffenen geholfen werden kann!

Vernarbenden Formen des Haarausfalles z.B. bei Infektionserkrankungen der Kopfhaut, bei einigen rheumatischen oder Bindegewebserkrankungen oder andere sehr spezielle angeborene Formen von Haarausfall bzw. Fehlbildungen der Haarstruktur sind eher selten. Jedoch ist es ausgesprochen wichtig, daß diese im Zweifelsfall erkannt werden und von den übrigen Formen des Haarausfalles abgegrenzt werden, damit die eingeleiteten Therapiemaßnahmen Aussicht auf Erfolg haben! Insgesamt stellt die Erkennung und Behandlung von Haarausfall eine hochkomplexe fachärztliche Aufgabe dar. Nur durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen wie die der Dermatologie (Lehre von den Erkrankungen der Haut, zu der auch die Haare gehören), der Gynäkologie (Lehre von den Erkrankungen der weiblichen Organe), der Endokrinologie (Lehre von den Hormonen), der Histopathologie (Lehre von den feingeweblichen, sich auf zellulärer Ebene abspielenden und nur unter dem Mikroskop sichtbaren Veränderungen des menschlichen Gewebes), der Psychosomatik (Lehre über die Zusammenhänge von seelischen mit körperlichen Beschwerden) und schließlich der Kopfhautchirurgie (Eigenhaarverpflanzung) kann heute das gesamte medizinische know how für die Behandlung dieser komplexen Problematik effektiv und zum Nutzen der Betroffenen eingesetzt werden. Wir sind der Überzeugung, dass eine solche interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Ziel einer optimalen fachärztlichen Versorgung von Frauen und Männern mit Haarausfall in unserer Hautarztpraxis gegeben ist!

Welche Leistungen werden von uns angeboten?

Fachärztliche Untersuchung

Im Rahmen einer umfangreichen fachärztlichen Untersuchung wird zunächst ein exakter Status erhoben, welche klinische Form des Haarausfalles wahrscheinlich vorliegt bzw. welche Auffälligkeiten von Kopf- und Körperbehaarung vorliegen. Mittels des sog. „Zupftestes“ wird die Festigkeit der Verankerung der Haarwurzeln in der Kopfhaut geprüft und unter Zuhilfenahme der computergestützten Video-Auflichtmikroskopie (sog. „trichoscan“) werden Auffälligkeiten der Kopfhaut bzw. Strukturanomalien der Haarschäfte „unter die Lupe genommen“, die möglicherweise weiteren Aufschluß über die Ursachen und Besonderheiten des Haarausfalles liefern können. So sind neuerdings mikroskopisch Verfärbungen bzw. Einsenkungen der Kopfhaut in unmittelbarer Umgebung der Haarschäfte nachgewiesen worden, die einen beginnenden oder manifesten Haarausfall anzeigen können. Auch die Schnelligkeit des Haarwachstums bzw. der Umfang unter der Therapie neu nachwachsender Haare kann mit dem „trichoscan“ computergenau gemessen und dokumentiert werden.

Diagnostisches Gespräch

In einem ausführlichen Gespräch mit einem spezialisierten Facharzt werden eventuelle Ursachen für die vorliegenden Haarprobleme herausgearbeitet. Dabei findet insbesondere eine mögliche familiäre Belastung Beachtung und es wird auf Besonderheiten der Haarpflege bzw. der persönlichen Ernährung eingegangen. Auch die Einnahme von Hormonpräparaten (Antibaby-Pille bzw. Medikamente gegen Wechseljahrsbeschwerden) wird geprüft und vor dem Hintergrund des Beschwerdebildes eventuell neu bewertet. Weitere Medikamente, die u.U. eingenommen werden, müssen bezüglich möglicherAuswirkungen auf die Haare einer kritischen Prüfung unterzogen werden. Im Rahmen dieses Gespräches wird festgelegt, welche weiteren Untersuchungsverfahren notwendig bzw. sinnvoll sind, um die genauen Ursachen des vorliegenden Haarausfalles oder anderer Haarprobleme aufzuklären, damit eine spezifische Therapie des Haarproblemes eingeleitet werden kann.

Blutentnahme (Laboruntersuchung)

Bei allen Formen des Haarausfalles und bei den meisten Formen von Strukturschäden der Haare (Brüchigkeit, Sprödigkeit, Glanzlosigkeit) ist eine mehr oder weniger umfangreiche Laboruntersuchung sinnvoll. Je nachdem, welche Parameter hierdurch geprüft werden sollen, erfordert die Blutuntersuchung z.T. völlige „Nüchternheit“, d.h. es darf vorher weder gegessen oder getrunken werden. Hieraus ergibt sich, daß die Blutabnahme u.U. nicht sofort, sondern an einem anderen Tag, z.B. früh morgens, durchgeführt werden muß. Hierüber werden die Patienten in dem diagnostischen Gespräch mit dem Facharzt informiert und es wird vorab Art und Umfang der Laboruntersuchungen festgelegt.

Haarwurzeluntersuchung ("Trichogramm")

In der Vergangenheit wurde zur Klärung der Ursache des Haarausfalles eine Haarwurzeluntersuchung durchgeführt. Hierbei wurden von einer Assistentin zwei Büschelchen von jeweils ca. 30-50 Haaren aus dem vorderen (Frontal-) Bereich und dem hinteren (Occipital-) Bereich der Kopfhaut entnommen. Die Haarentnahme erfolgte mit kräftigem Zug, war also durchaus schmerzhaft. Für die Vorbereitung durften 5-7 Tage vor dem Termin die Haare nicht gewaschen, gebürstet oder frisiert werden! Heute ist diese aufwändige und mit erheblichen Einschränkungen versehene Untersuchung weitgehend abgelöst worden durch die moderne Technik des Tricho-Scan!

Trichoscan = computergestützes Foto-Trichogramm

Diese hochmoderne, computergestützte Nachfolgetechnologie für das klassische "Trichogramm" liefert Informationen über die

  • Haardichte pro cm² Kopfhaut
  • Wachstumsgeschwindigkeit
  • Dicke des Einzelhaares
  • Prozentuale Verteilung zwischen Wachstums- und Ausfallphase
  • Flaumhaardichte pro cm²

und vergleicht die erhaltenen Werte zwischen betroffener und gesunder Kopfhaut. Diese Daten sind – neben den erhobenen Laborwerten im eigenen, hochspezialisierten Hormonlabor- unabdingbar für die Sicherung einer exakten Haardiagnose und damit für die Einleitung einer diagnoseorientierten, spezifisch wirksamen Haartherapie!

Für die TrichoScan-Untersuchung sind 2 Vorstellungstermine in der Praxis im Abstand von 3 Tagen erforderlich. Am 1. Tag werden - für Außenstehende unsichtbar - 2 ca. 5cm-Stück-große Kopfhautareale im vorderen/oberen sowie im Hinterkopfbereich auf 3mm-Haarlänge rasiert. Am 3. Tag - zwischenzeitlich dürfen die Haare gewaschen werden - erfolgen nach spezifischer Anfärbung beider Bereiche die Messungen mit einem speziellen Computer-Scanner.

Mittels einer völlig neuartigen Software (genannt: "trichoscan") ist es dem spezialisierten Facharzt möglich geworden, computergestützt exakte quantitative Aussagen darüber zu machen, ob und wie viele neue Haare in welcher Zeit in dem zu beurteilenden Kopfhautareal gewachsen sind oder ob es weiterhin zu einem Fortschreiten des Haarverlustes in dem betrachteten Zeitabschnitt gekommen ist. Damit ist nicht nur eine sehr viel genauere und überzeugendere Beratung des Patienten über Behandlungserfolge durch die eingeleitete Therapie möglich als es früher durch die bloße Inaugenscheinnahme der Kopfhaut oder die Durchführung von Trichogrammen möglich war; diese Technik bietet darüber hinaus hochinteressante Möglichkeiten der Beurteilung der Wirksamkeit neuartiger Therapieverfahren von Haarausfall.

Mikrobiologische oder mykologische Untersuchung von Kopfschuppen

Bei hartnäckigen, juckenden Kopfhautekzemen oder einer ständigen übermäßigen Kopfhautschuppung sollte die Kopfhaut daraufhin untersucht werden, ob eine unphysiologische (nicht dem Normalmaß entsprechende) Besiedelung der Kopfhaut mit Bakterien oder Pilzorganismen vorliegt. Hierzu werden durch uns von der Kopfhaut des Patienten geeignete Abstriche entnommen und auf Spezial-Nährboden gegeben, die an ein Labor eingeschickt, dort in speziellen Inkubatoren (Brutkammern) angezüchtet und auf entsprechende Krankheitserreger genauestens untersucht werden. In manchen Fällen kann hierdurch die Ursache für jahrelangen quälenden Juckreiz bzw. Schuppung der Kopfhaut entdeckt und einer wirksamen Behandlung zugeführt werden.

Biochemische Haarschaftanalyse (Aminosäuren, Spurenelemente)

Nur in seltenen Fällen sind biochemische Analysen der Haarschäfte indiziert, Beim Menke´s Syndrom finden sich neben brüchigen und spiralförmig gedrehten Haaren ein stark verminderter Kupfergehalt in den Haarschäften. Dagegen ist die Trichothiodystrophie z.B. als Schwefelmangelhaar definiert, sodaß die biochemische Haarschaftanalyse eine stark erniedrigte Konzentration der schwefelhaltigen Aminosäuren Zystein und Zystin ergeben wird.

Lichtmikroskopische Haarschaftuntersuchung und –photografie

Wird nur in Sonderfällen durchgeführt

Elektronenmikroskopische Haaruntersuchung und -photografie

In besonderen Fällen kann es notwendig sein, für eine genaue Diagnosestellung Ihres Haarproblemes sehr teure Spezialuntersuchungen des Haarschaftes mittels der Raster-Elektronenmikroskopie durchzuführen. Dieses gilt insbesondere für seltenere Formen von Haarstrukturschäden, die u.U. mit anderen Methoden nicht sicher erkannt werden können. Sollte in einigen Fällen eine derartige Untersuchung notwendig sein, werden unsere Fachärzte alles hierfür notwendige mit den Patienten besprechen.

Dermato-Histopathologie von Kopfhaut-Schnitten

Eine Kopfhautbiopsie sollte immer dann erfolgen, wenn das klinische Bild alleine nicht ausreicht, um die Haarerkrankung zu diagnostizieren. Die Auswahl des geeigneten Biopsie-Ortes und eine korrekte Biopsie-Technik sind für die histologische Befundung von Alopezien wesentlich. Wenn möglich, sollten sog. „Primärläsionen“ wie Pusteln, Vesikeln oder folliculäre Papeln entnommen werden. Bei fleckförmiger Alopezie sollte eine spindelförmige Biopsie an der Grenzzone zwischen dem haarlosen Areal und normaler Kopfhaut durchgeführt werden. Dabei sollte besonders darauf geachtet werden, dass erythematöse oder atrophische Areale sowie Zonen mit verkleinerten oder abnormalen Haarschäften miterfasst werden. Eine Stanzbiopsie aus einem atrophischen haarlosen Areal ist nicht sinnvoll.

Es sollte ein runder Stanzzylinder (mind. 4-6mm) oder besser eine spindelförmige, tiefgreifende Biopsie mit Fettgewebe parallel zur Wuchsrichtung der Haarschäfte entnommen werden, da bei senkrechter Biopsie der Haarfollikel nur schräg angeschnitten werden und die Bulbi häufig fehlen. Gelegentlich können 2 Proben sinnvoll sein, um entweder klassische Längs- und zusätzliche Horizontalschnitte zu beurteilen oder bei der Verdachtsdiagnose einer vernarbenden Alopezie Gewebe für eine direkte Immunfluoreszenz zu gewinnen. Spezielle Färbetechniken sind in der Regel nicht notwendig, denn meist genügen die HE-, EvG- und PAS-Färbungen. Immunhistochemische Untersuchungen spielen bei der Beurteilung von Kopfhautbiopsien so gut wie keine Rolle.

Eigenhaartransplantation

In Fällen, in denen eindeutig abzusehen ist, dass die eingeleiteten Therapiemaßnahmen nicht oder nur unwesentlich zu einer sichtbaren Auffüllung der von Haarlosigkeit betroffenen Kopfhautareale führen werden, kann unter Umständen mit den Patienten die Möglichkeit einer autologen Haartransplantation diskutiert werden. Hierbei handelt es sich um eine relativ aufwendige Operation an der Kopfhaut, die in der Regel mehrere Stunden dauert und in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. Aus dem Nacken der oder des Patienten wird von einem erfahrenen Haarchirurgen ein schmaler Streifen Kopfhaut mitsamt den darin enthaltenen Haarwurzeln entfernt (sog.“Spender- Areal“), der Streifen Kopfhaut wird von mehreren Assistenten in aufwendiger und die Haarwurzeln schonender Feinarbeit in Gewebestückchen zerteilt, die lediglich eine isolierte, maximal aber 2 Haarwurzeln enthalten dürfen (sog. „micro-grafts“). Diese zu transplantierenden Gewebestückchen werden zunächst in physiologischer Kochsalzlösung steril aufbewahrt und in dem „Empfänger-Areal“ werden mittels „Lochtechnik“ oder „Schlitztechnik“ die Stellen vorbereitet, in welche die zu verpflanzenden Haarwurzeln eingesetzt werden sollen. Hierbei ist insbesondere das Anlegen dieser „Aufnahmekanälchen“ von besonderer Wichtigkeit, weil z.B. die Tiefe dieser Kanäle sowie – noch bedeutsamer – der Winkel und die Stichrichtung in der Kopfhaut die spätere Wachstumsrichtung des verpflanzten Haares festlegen. Wie man sich leicht vorstellen kann, sind Winkel und Wachstumsrichtung der neu verpflanzten Haare ganz wesentlich für das natürliche Aussehen des Patienten nach dem Eingriff, weshalb diese Operation nur von in dieser Technik ausgesprochen erfahrenen Operations-Teams durchgeführt werden sollten, um eine maximale Patientenzufriedenheit zu gewährleisten! Dieses ist für die in unserem Auftrage arbeitenden Chirurgen in hohem Maße sichergestellt.

Dauerhafte Haarentfernung mittels hochmoderner Laser-Technologie

Schließlich gehört selbstverständlich zu unseren Serviceleistungen die kompetente Beratung über Möglichkeiten der Entfernung unerwünschter Körperhaare! Voraussetzung hierfür sind nicht nur detaillierte Kenntnisse über Anwendung und Wirkungsweise neuartiger Enthaarungscremes, über Elektrokaustische Haarentfernung oder über Kalt- oder Heißwachs. Als modernste und in der Zwischenzeit effektivste Therapie unerwünschter Körperhaare zählt inzwischen die Behandlung mittels gepulster Blitzlampe (sog.“IPL“-Technologie) oder Laser. Unser Hautfachärzteteam verfügt über die modernsten Apparate zur permanenten Haarentfernung , mittels derer nach 3-5 Sitzungen (je nach Lokalisation im Gesicht oder am Körper) die störenden Körperhaare dauerhaft und zur Zufriedenheit der Patienten/innen entfernt werden können.

Insgesamt denken wir, dass wir Patienten mit Problemen rund um Haare und Kopfhaut hochspezialisierte fachärztliche Leistungen anbieten können, die in dieser Form dem Standard einer Universitäts-Haarsprechstunde entsprechen dürften!

Herzlichst Ihr Hautarzt

Dr. med. Frank - Matthias Schaart